Mittwoch, 24. Februar 2010

Einsicht

Der Wurstmann sagt, ich muss kein schlechtes Gewissen haben,
weil Nutztiere überhaupt nur dafür geboren werden.

Das ist doch schön. Bin froh, kein Nutzmensch zu sein.

Sonntag, 14. Februar 2010

Die Weisheit des Internets

Alles, was du loslässt, wird entweder durch etwas Besseres ersetzt oder geheilt zu dir zurückkehren.

Solange du eisern an einem Teil deines Lebens festhältst, der nicht mehr funktioniert,
kann kein Raum für Heilung entstehen. Wo immer du unglücklich bist, lass es los.
Wenn du an diesen Aspekten deines Lebens festhältst, weil du dich zum Beispiel angstvoll fragst:
"Was ist, wenn ich niemand anderen oder nichts Besseres finden kann?", so wird sich
die Situation nur weiter verschlimmern.

Öffne deine Arme und stelle dich der Problematik. Sei bereit.
Wie von allein wird das Problem verschwinden und durch etwas Besseres ersetzt oder
es kommt auf wundersame Weise zur Heilung.

Lass los..

ps: Du kannst ja trotzdem nebenbei traurige Johnny-Cash-Songs hören.

Dienstag, 2. Februar 2010

Dienstag, 19. Januar 2010

Heute ist der Tag der Begegnungen!

Sagte einer, den ich heute traf.

Sonntag, 17. Januar 2010

mitternacht

Manchmal ist die Transformation nicht berauschend oder treibend, sondern schmerzhaft, unvermeidlich.
Die Antworten drängen ins Bewußtsein. Was irgendwann richig war, muss nicht richtig bleiben.
Jede Entwickling zieht Konsequenzen nach sich.
Ich habe mir dieses Leben ausgesucht. (Habe ich das?)
Es geht anders! Irgendwie konnte ich mir das nicht vorstellen. Jetzt auf einmal weiß es auch mein Verstand.
Ich sehe klar: Kleinlich, ängstlich, hat viel zu verlieren. (all die guten Sachen)
Meine kostbare Zeit, sagte ich und wollte an die Lüge glauben.
Die größte Gefahr: dumm und selbstzufrieden dasitzen.
Bequemlichkeit behindert das Denken. Ich glaube viel. Das ist ja auch einfach.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Doch ihre Sterne kannst du nicht verschieben


Das Sonderbare und Wunderbare
Ist nicht imstande, ein Kind zu verwirren.
Weil Kinder wie Fliegen durch ihre Jahre
Schwirren. – Nicht wissend, wo sie sind.

Nur vor den angeblich wahren
Deutlichkeiten erschrickt ein Kind.

Das Kind muß lernen, muß bitter erfahren.
Weiß nicht, wozu das frommt.
Hört nur: Das muß so sein.

Und ein Schmerz nach dem andern kommt
In das schwebende Brüstchen hinein.
Bis das Brüstchen sich senkt
Und das Kind denkt.

Dienstag, 18. August 2009

M.E.

"Mit meiner lächerlichen, manchmal tragischen und immer inkonsequenten Erziehung erhielt ich das Geschenk erdrückender Unsicherheit."

Dienstag, 11. August 2009

Donnerstag, 6. August 2009

pornodarsteller sollten keine bücher schreiben!

unter dem baum an der kleinen liane lehnt ein grimmiger alter mit hasenzähnen.
ob er dich gesehen hat, will ich wissen. nein, sagt er. die war schon lange nicht mehr hier.
schon seit letztem sommer als überall die vögel verückt spielten und überall tannenzapfen
auf die köpfe der menschen fallen ließen.
ja, diese menschen. er lacht. dann nimmt er ein stück rinde und schiebt es sich unter die achseln.
wegen der fliegen, sagt er und gibt mir auch ein stück.

Samstag, 18. Juli 2009

Dienstag, 26. Mai 2009

yuuki

"In dem Gymnasium in unserer Nachbarstadt stand das schriftliche Abitur an. Im Fach Ethik stand auf dem Aufgabenblatt nur eine einzige Frage - 'Was ist Mut?' Einer der Schüler schrieb als Antwort lediglich die drei Worte 'Das ist Mut.' Er bekam die volle Punktzahl."

Donnerstag, 15. Januar 2009

Doppeleintrag


Beim Prokrastinieren macht man so ziemlich alles. Bloß nicht, was man soll.

eins zwei drei vorbei

Sonntag, 26. Oktober 2008

Neue Strategie

Wenn ich keine Lust zu etwas habe, werde ich ab jetzt die Zeit, die offenbar bis zum "richtigen Zeitpunkt" erst vergehen muss, genießen. Da dieses Phänomen auch nur bei für mich persönlich wichtigen Dinge auftritt, brauche ich mir zum Glück keine Sorgen über Erklärungsnöte gegenüber anderen machen.

Aufgrund des verminderten Anspruchs sinkt der durch Druck verursachte Stresspegel und zugleich verschwindet die Ursache meiner Versagensgedanken. Die anstehenden Aufgaben werden dadurch wohl kaum noch später (ja vielleicht sogar früher?) erledigt.

Sonntag, 31. August 2008

Ich sitze wie eine Katze auf der Fensterbank und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen.
Das ist wie Wärme atmen und lustig mit den Füßen wackeln.

Der Sommer durchzieht jedes Zimmer. Du hörst es an der Musik, siehst es in den Gesichtern und bist umgeben von diesem frischen Duft. Überall ist Licht und Luft und Sonnenschein.

Gib mir noch einen Kuss, du prachtvolle Welt, ich nehm ihn sogleich mit in die Dunkelheit.

Freitag, 15. August 2008

konserviert

Ich dringe langsam vor. Hinter den verstaubten Barrikaden verbergen sich Ordnerweise abgeheftete Erinnerungen. Minutiös eingetütete Dokumentationen meines Wirkens und Seins, als solle mein ganzes Leben noch einmal nachgestellt werden, irgendwann.
Interessante Artikel aus Zeitschriften (deren Inhalt ich ja sonst vergessen könnte), Eintrittskarten von Konzerten, Theaterbesuchen, Lesungen. Und passend dazu gesammelte Zeitungsausschnitte, Prospekte und Bilder dieser Abende.
Alles ist chronologisch in Klarsichthüllen einsortiert. Kein Erlebnis soll mir jemals verloren gehen.
Ich schau sie mir an und denke: Da bist du gewesen? Das Vergessen hat also bereits eingesetzt.
Lieber ersticke ich am ständig wachsenen Archiv meines Lebens.

Neben Briefen, die man mir schrieb, habe ich meine vollständigen Antworten in Kopie abgeheftet. Weil die so genial sind, bewahre ich sie auf. Ein Ordnermeer, das ich seit Jahren nur noch bei Umzügen angerührt habe, offenbart Zettelchen und Nachrichten von Menchen, die mir einmal wichtig waren.
"Bin gleich zurück, Kuss". Wie könnte ich ein solches Kleinod vernichten, ist es doch ein Beweis von Liebe in meinem Leben? Soll man große Gefühle einfach dem Strudel des Vergessens überlassen? Vielleicht werde ich eines Tages einsam sein und nicht mehr wissen, wie sehr man mich geliebt hat.

Rechnungen, verzierte To-Do-Listen, beschriebene Servietten. Ein Brief von der Nachbarin, wir sollen die Flurtreppe wischen. Mein ironischer Dank für ihre Zeilen, weil sie ja so aufmerksam über den hygienischen Zustand unseres Treppenhauses wacht.

Jedes Fitzelchen von Reisen, zehn Jahre alte Festivalguides, kostenlose Zeitschriften von 2001 und aus meiner Berliner Phase (mit Filmen und Prominenten, die damals aktuell waren - es war auch eine sehr wichtige Zeit für mich). Der Spiegel, Focus, Geo, P.M., jahrelange Player-Ausgaben, denn ihre Filmkritiken gefielen mir am besten. Und wenn etwas toll ist, bewahre ich es eben auf. Für die Ewigkeit. Dabei kann ich nur schwerlich zwischen Müll und Kostbarkeit unterscheiden. Der ideelle Wert kennt bei mir keine Abstufungen.

Seit diese Entwicklung mir langsam Angst gemacht hat, verhindere ich die Vermehrung, indem ich z.B. gar keine Zeitschriften mehr kaufe. Jetzt gehen mir deren Informationen auch verloren. (Genauso könnte ich mich jetzt von meinen aufbewahrten Exemplaren trennen.) Aber trotzdem ist dieser Verlust irgendwie nicht so schlimm. Sie gehören ja noch nicht zu mir. Ich habe sie noch nicht "angenommen", keine scheinbar emotionale Bindung zu ihnen aufgebaut.

Ich kann über die Kartons mit den Zeitschriften sagen: Entweder ich habe sie noch gar nicht gelesen oder sie waren derart gut geschrieben, dass ich sie niemals mehr missen möchte. Dabei kann ich es einschätzen: Leider werde ich weder die Zeit zum Lesen finden, noch bietet sich mir jeglicher Überblick, falls ich irgendetwas darin wiederfinden wollte.
Obwohl ich das klar formlulieren kann, geb ich sie nicht her. Als ob mir dazu noch eine weitere, allerletzte Überlegung fehlt. Die Erklärung für den gelebten Widerspruch. Damit ich es verstehe. Ein Schalter im Kopf und schon würde ich loslassen können. (Insgeheim hoffe ich natürlich auf die Zeit, in der ich alles in Ruhe durchgehen, endlich lesen und das Wichtigste eintüten kann.)

"In neunundneunzig Fällen von hundert lohnt es sich nicht, ein Ding aufzubewahren. Es nimmt nur Raum fort, belastet dich; hast du schon gemerkt, dass du nicht die Sachen besitzt, sondern dass sie dich besitzen?"
Kurt Tucholsky, 1930

Donnerstag, 1. Mai 2008

Mein Traum

Dorthin reisen, wo die Mangos wachsen.

Tausche Vergangenheit für Gegenwart, Teil 1

Ich habe ein Problem damit, etwas von meinen Sachen "loszulassen". Es sind Erinnerungen an mein Leben und das macht sie überwichtig für mich. Heute habe ich beschlossen, um der Gegenwart willen, nicht weiter an meinen Kinokarten festzuhalten. Statt sie in ein Buch zu kleben (wo ich sie immer wieder anschaun und mich erinnern kann), wollte ich sie dem Mülleimer übergeben. Aber in genau dieser Sekunde sehe ich sie an und beschließe doch, sie doch irgendwo verstaut aufzuheben. Damit es mir nicht verloren geht: Der Tag mit Robert, an dem ich von Patricia erfuhr, dass Frankman Krebs gehabt haben soll. Prestige, woraufhin Stefan und ich unsere Drehbücher schrieben. Andere Städte, besondere Menschen und Filme, die mir Kraft gaben, weil sie mir zeigten, dass es noch mehr gibt, da draussen in der Welt.
Also doch kein Sieg des Loslassens. Ich widme meine Jetzt-Zeit weiterhin den Dingen, die von Erlebtem zeugen, klammere lieber daran und ärgere mich darüber, weil sie mich abhalten von dem, was ich gerade will. Archivieren kostet Kapazitäten und Energie. Ich werde es genüsslich zu Ende bringen und wenn ich fertig bin und dadurch frei, alles zu tun, weil mir nichts mehr verloren gehen kann, bin ich inzwischen darüber alt geworden. Statt über die gesamte Tageszeit, wie ich es bei anderen gesehen habe, verfüge ich nun über die Erkenntnis, dass nur der aktuelle Augenblick von allergrößtem Wert ist, nichts Geplantes für die Zukunft, kein Wenn-Dann. Davon erzähle ich noch kurz und sterbe.

Was wir wollen, sollen wir tun. Jetzt und hier. Wenn es aus bestimmten Gründen nicht möglich ist, sorgen wir dafür, dass es möglich wird.
Was heisst das nun für mich? Genau, wenn ich aufgeräumt habe, kann ich endlich leben, musizieren, lesen, zeichnen, Filme machen. Und wie räume ich am besten auf? Da fange ich doch gleich mit den Kinokarten an..

Mein Tag

Gestern war wieder einer dieser Tage: Vor allem anders als sonst, mit einem ungewohnte Verlauf, und trotzdem absolut "im Fluß". Begegnungen mit Menschen, Gespräche und neue Informationen die das Leben beeinflußen können.

Erst habe ich die ganze Nacht mit Andrea in Amerika telefoniert. (Stichwort: "Zaubersalbei")
Dann mußte ich den Vormittag über schlafen, während irgendwelche Menschen, z.B. Josua, in meinem Zimmer standen und Dinge mit mir klären wollte, an die ich mich nicht mehr erinnern kann.

Um 13 Uhr aufgewacht. 2h Küche. Anrufe, die schon Tage andauern, mit einem Mal erledigt. (Warum geht es plötzlich?) Mit Liesa das Gästezimmer hergerichtet, dabei Sachen, die schon seit Jahren in Kisten schlummern und dort auf ihre Bestimmung warten, "hergegeben". Ein gutes Gespräch mit Vater am Telefon.

Trotz Verabredung mit Ina erst mit Hannes gekocht. Ihm fällt dabei meine panische Unruhe auf (Gemüse schneiden, dabei telefonieren, dünsten, etwas ersteigern). Ich stehe total unter Druck und bin überfordert. Ob das die Pumpe lange mit macht, fragt er sich.

Stefan kommt diesmal zum Abendbrot. Mit Hannes wunderbare Konversation (Containern, die Inabeziehung (St. leidet..) und israelische Kinokultur - Ein toller Mensch.) und nur einen(!) Teller gegessen.

Dann schlossen wir bei Stefan den neuen Ofen an - ganz relaxt, wie die Profis.

Abschluss: Wunderschöne Menschen sitzen auf der Nonnenwiese im Kreis am das Feuer und singen Mantras. Ein friedlicher, wärmender Ort. Freundlich, strahlend und bewußt. Ein Jeder ist willkommen. Ich finde Geborgenheit.

Damit wird dieser Abend für mich zum Gegenentwurf des Tages nach den Zuckerwürfeln.
Als ich in der toten Zone (ein Abschnitt für den Programmierschrott aus der Matrix) nach Menschen und einem Platz zum Sein Ausschau hielt. Aber es gab keine Möglichkeit zur Einkehr irgendwo. Man konnte nur mal schnell etwas kaufen. Die Auslagen in den Geschäften hätten eigentlich Fluchtreflexe auslösen müssen. Die Menschen hatten sich allen Ernstes gruselig verkleidet, aber sie merkten davon nichts. Wie sollten sie auch? Es war ein Ausdruck ihrer Seelenheit. Abgestumpft liefen sie mit ihrem Tunnelblick durch eine trostlose Welt.

Ich konnte es an diesem Tag bloß wahrnehmen, weil ich dazu in der Lage war. Und was ich dabei sah, ließ mich kalt erzittern.

Im Park war es ganz anders. Von weitem konnte ich diese Insel des Lichts gut erkennen. Claudia und Joey waren auch da. Eine nachhaltige Begegnung, Stef, Ramona und Ina. Ich bin gespannt darauf, wieso das alles so passiert.

Dienstag, 29. April 2008

Jakob ist die Beste

Heute habe ich mich mit Händen und Füßen gegen die Arbeit am Zelt gesträubt. Genau wie Paulo Coelho bei seinem ersten Buch! Meistens muss man ja bloß anfangen, dann gehts am Ende doch relativ flott und ist auch gleich gar nicht mehr so schlimm.
Nur nicht bei diesem blöden Zelt. Wir saßen zu zweit volle viereinhalb Stunden dran und sind noch nicht mal fertig geworden. Ina mußte mich zunächst regelrecht dazu drängen, wofür ich ihr jedoch aufrichtig dankbar bin. Allerdings nur, weil es gemacht werden musste. Denke ich zumindest.

Können wir eine eigene Realität kreieren, in der wir nur noch Dinge tun, die uns wirklich gefallen? Oder sollten wir stattdessen versuchen, an den Dingen gefallen zu finden, die sich ohnehin nicht vermeiden lassen? Weil es nun mal nicht ohne geht? Aber ist das wirklich so? Oder denken wir es bloß? Ich werde mal meinen Schuster dazu befragen, wenn ich wieder ein Paar Schuhe zu ihm bringe.
Der Leberkäsemann in Connewitz ist ja weggezogen. Oder von Aliens entführt. Weil er zuviel wußte.
Das war mir sofort klar, als ich zum ersten Mal in seine großen, rollenden Augen blickte.

Dieses Gedicht habe ich fürs Studi-VZ geschrieben und in der 3. Nacht des radikalen Films vervollständigt:

An Stopp-Schildern stehen bleiben. Wieso?
Einen Hund streicheln. - Wieso?
Macht nichts-Sagen. Aber wieso?
Äpfel kaufen. Wieso, wieso?

Langsam beginnt etwas zu schweben,
Wolken fallen, steigen auf.
Es gibt Stechpalmen und Narzissen,
Achtung ist uns stets genug.